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Interviews

Straßenumfrage 2011: Bestattung wo?

Straßenumfrage 2009 "Was die Menschen bewegt"

Ich rede darüber ...

Muhterem Aras
(MdL)

Der Tod gehört zum Leben. Er ist allgegenwärtig. Deshalb sollte man sich mit dem Tod auseinandersetzen. Das ist für den Einzelnen, aber auch für seine Angehörigen wichtig, um nicht beispielsweise eines Tages unvorbereitet den Tod zu erleben und verarbeiten zu müssen. Ich bin auch dafür, Kinder an diesem Bereich des Lebens teilhaben zu lassen.

Warum ist es so wichtig, dass wir über Sterben, Tod und Trauer reden?

Der Tod gehört mitten ins Leben, weil er uns alle trifft. Den einen früher, den anderen später – aber ausnahmslos jeden von uns. Durch das Reden über Sterben, Tod und Trauer können wir Unfassbares wieder fassbar machen. Indem wir das Sterben zurückholen in die Mitte der Gesellschaft, bekommt der Tod wieder die ihm angemessene Alltäglichkeit.

Gespräche über den Tod finden heutzutage kaum noch statt. Früher, als die Menschen in ihren eigenen vier Wänden starben, war das anders. Sterben, Tod und Trauer gehörten zum Leben, sie waren Alltag. Angehörige und Nachbarn kamen ins Haus des Verstorbenen, um Abschied zu nehmen. Beim Trauermahl lag der Verstorbene im Nebenzimmer.

„Echte Trauer ist immer verbunden mit dem Annehmen des Verlustes oder dem endgültigen Verzicht darauf, das bisher sehnsüchtig gesuchte Gut jemals zu finden. Solche Trauer ist mit einem sehr schmerzlichen, harten und klaren Gefühl verbunden, und nach einiger Zeit spüren wir dann, wie die zunächst erstarrte und anscheinend ausweglose Situation sich aufzulösen beginnt, wie unser Gesicht wieder weicher und unser Herz wieder wärmer wird und wir einen ganz neuen Zugang zu unserer Gefühlswelt erlangen, vielleicht sogar so stark, als sei eine ganz neue Dimension in unser Leben hineingekommen. Wir haben zwar endlich Abschied von alten, unerfüllten Hoffnungen genommen, sind aber nun offen für neue Erfahrungen.“

Helmut Remmler: Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtet - Mit vierzig fängt das Leben an. Kreuz-Verlag, Zürich 1984

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